Für Rheumapatienten bedeutet ihre Krankheit in erster Linie Schmerzen im Bereich der Gelenke, Wirbelsäule und Muskulatur. Vor allem Menschen, die unter chronischer Polyarthritis leiden, klagen über starke körperliche Beschwerden. Aber das Empfinden von Schmerz ist nicht allein Resultat physischer Reize oder Schädigungen. Es wird entscheidend von der Einstellung des Betroffenen und von seinem allgemeinen Empfinden mitbeeinflusst.
Eines der zahlreichen Hilfsangebote, die die Rheuma-Liga ihren Mitgliedern macht, sind die psychologischen Hilfen zur Schmerzbewältigung. Ihr Ziel ist es, den Patienten verschiedene Wege aufzuzeigen, wie sie ihr Schmerzempfinden selbst beeinflussen können und dadurch dem Schmerz nicht mehr so hilflos ausgeliefert sind.
Zum einen klären die Kurse über die Wirkmechanismen des Schmerzgeschehens auf; außerdem zeigen sie, wie der Patient zumindest teilweise den Schmerz selbst kontrollieren und besser mit ihm leben kann. Zu dieser "Selbstkontrolle" gehört, dass die Betroffenen lernen, die Schmerzen zu akzeptieren, aber bewusster mit ihnen umzugehen.
Wichtig ist auch das Erkennen und Vermeiden von Stress-Erlebnissen, die sie belasten und ihre Schmerzen verstärken. Auswirkungen der Schmerzen (sogenannte "Sekundärprobleme" wie Depressionen oder Schlaflosigkeit) sollen durch das Training weitgehend abgebaut werden. Langfristiges Ziel ist dabei auch eine Verringerung des Schmerzmittelkonsums.
Der Kurs beginnt mit einem Einführungsvortrag, in dem ein Diplom-Psychologe über "Psychologische Hilfen bei chronischen rheumatischen Schmerzen" informiert. An dieser Veranstaltung können alle Mitglieder der Deutschen Rheuma-Liga am Ort - und auch interessierte Nichtmitglieder - teilnehmen. Wenn sich im Anschluss an den Vortrag genügend Teilnehmer finden, kann der eigentliche Schmerzbewältigungskurs beginnen.
Das Training besteht aus zehn Sitzungen zu je 90 Minuten, die einmal pro Woche unter Anleitung ausgebildeter Psychologen stattfinden. Alle diese Kursleiter haben Erfahrungen in der Anwendung von Entspannungsverfahren in der Gruppenarbeit. Zwischen den Sitzungen vertiefen die Teilnehmer regelmäßig die erworbenen Kenntnisse zuhause - anhand eines Übungsprogramms, das aus einer Cassette und einem Begleitheft besteht. Nach einigen Wochen findet ein Nachbereitungstreffen statt, in dem die Teilnehmer ihre Erfahrungen miteinander besprechen können.
Das Trainingsprogramm und die Sitzungen werden von den meisten Patienten gut angenommen. Man wird bewusster in Bezug auf seine Schmerzen, beobachtet sich genauer, und man lernt, besser mit seinen Schmerzen zu leben. Zu diesem Lernerfolg trägt sicherlich auch die entspannte, gelöste Atmosphäre auf den Treffen bei.
Weitere Informationen zu den Schmerzbeeinflussungs-Kursen erhalten Sie beim Landesverband in Bad Kreuznach.